Glaukom (Grüner Star)

Was bedeutet „Grüner Star“?

Der „Grüne Star“ oder das „Glaukom“ bezeichnet eine Erkrankung, bei der es zu einer Schädigung der Sehnervenfasern am Augenhintergrund kommt. Folgende Ursachen sind nach bisherigem Kenntnisstand gefunden worden:

Ein relativ hoher Augeninnendruck führt über einen langen Zeitraum zu einem Abdrücken der Nervenfasern und Blutgefäße am Eintritt des Sehnerven in den hinteren Teil des Augapfels.

Je nach Festigkeit des Gewebes und Empfindlichkeit der Nervenfasern ist bei jedem Menschen die Grenze von normalem zu schädigendem Augeninnendruck unterschiedlich und kann deshalb nicht mit einem bestimmten Zahlenwert (mit der Einheit Millimeter Quecksilbersäule) beziffert werden.

Eine weitere mögliche Ursache kann eine fehlerhafte Steuerung der Sehnervendurchblutung durch die Gefäße oder andere blutkreislaufbestimmende Faktoren sein. Hierbei tritt dann eine Schädigung der Nervenzellen unabhängig von einem vielleicht sogar niedrigen Augeninnendruck auf.

Wer bekommt ein Glaukom?

Bekannte Risiken sind hohes Lebensalter, Vererbung, bestimmte Augenkrankheiten oder auch Empfindlichkeit des Sehnerven z. B. bei Kurzsichtigkeit. Im Prinzip kann aber jeder Mensch daran erkranken trotz körperlichen Wohlbefindens.

Was bemerkt man selber?

Zunächst nichts! Da jedes Auge sehr viele Nervenfasern besitzt, fällt eine Schädigung erst dann auf, wenn etwa 2/3 der Zellen bereits für immer verloren sind. Es stellen sich dann ein reduziertes Sehen in der Dämmerung, erhöhte Blendungsempfindlichkeit, Sehunschärfe, Ausfälle im Blickfeld und ganz zuletzt im Extremfall auch Blindheit des betroffenen Augen ein.

Vorsorge und Überwachung

Jeder Mensch sollte etwa ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig (möglichst jährlich) die Sehnerven vom Augenarzt untersuchen lassen. Dabei wird dann auch der Augeninnendruck genau gemessen, um das individuelle Risiko bestimmen zu können. Ist bei Verwandten ein Glaukom bereits bekannt, empfiehlt es sich, auch schon in früherem Lebensalter diese Untersuchung durchführen zu lassen.

Glaukomkranke sollten regelmäßig das Gesichtsfeld und den Augeninnendruck messen lassen. Ein Computerfoto vom Sehnerven oder Nervenfaserschichtdickemessungen helfen, über Jahre hinweg optimale Vergleichsmessungen bezüglich der Zellschädigung zu erhalten. Auch diese Spezialdiagnostik bieten wir Ihnen in unseren Praxisräumen an.

Behandlungsmöglichkeiten

Ein Glaukom wird durch Augeninnendrucksenkung behandelt mittels Augentropfen, Laser oder Operation je nach Befund. Neuere Medikamente beeinflussen auch die Gefäßregulation des Sehnerven. In Erforschung sind Substanzen zum Schutz der Nervenzellen.