Altersbedingte Maculadegeneration

Was bedeutet Maculadegeneration?

Ab dem 60. Lebensjahr und auch bei jüngeren Menschen, die z. B. eine hohe Kurzsichtigkeit haben, kann es zu einer Funktionsverschlechterung des Sehzentrums der Sehhaut am Augenhintergrund kommen. Nur in diesem zentralen Bereich, dem sog. „gelben Fleck“ (= Macula lutea) ist die Sehleistung des Auges so stark, dass kleinste Zeichen wie z. B. kleine Schrift erkannt werden können.

Im Laufe eines langen Lebens müssen die Zellen dort eine große Stoffwechselleistung vollbringen. Von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt lässt die Leistungsfähigkeit dieser Sehrezeptoren in höherem Alter nach, es lagert sich Zellschutt ab, der nicht mehr ausreichend abtransportiert werden kann usw.. Die Folge ist, dass die Sehschärfe schlechter wird, das heißt, dass man nur noch größere Schrift erkennen kann. Bei einigen Menschen, besonders wenn weitere Risiken wie Rauchen oder ausgiebige Sonnenlichtbestrahlung über viele Jahre hinzukommen, kann die Sehschärfe so schlecht werden, dass Lesen unmöglich wird oder nur noch mit technischen Hilfsmitteln erreicht werden kann wie Lupen, Spezialbrillen oder Lesegeräten. Solche Hilfsmittel müssen ausprobiert werden.

Der Extremfall ist erreicht, wenn zusätzlich im Sehzentrum eine Blutung oder Wassereinlagerung entsteht. Das heißt „feuchte Maculadegeneration“. Dann sieht der beidäugig Betroffene z.B. das Gesicht des Gesprächspartners verschattet, trübe oder neblig verzerrt.

Ein kleiner aber nicht zu unterschätzender Trost: MAN WIRD NICHT BLIND! Das äußere Seh- und Orientierungs-vermögen wird durch die Maculadegeneration nicht beeinträchtigt. Meist kann man sich ohne Schwierigkeiten auch in ungewohnter Umgebung frei bewegen.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Therapie gibt es nur für die feuchte Maculadegeneration! Je nach Ausprägung und Art der Veränderung am Augenhintergrund kommen bestimmte Verfahren in Betracht. Nicht jeder profitiert von einer Behandlung, die einer anderen Person vielleicht geholfen hat. Deshalb sollte man sich nur nach gesicherten Erkenntnissen behandeln lassen und nicht die Hoffnung in unwirksame meistens teuere Therapien stecken.

Die Verfahren der Operation der Sehhaut oder die Laserbehandlung werden heute nur noch ein Einzelfällen erfolgreich angewendet.

Das aktuelle wirksame Verfahren zum Erhalt und zur Verbesserung der Lesesehschärfe ist die Einspritzung eines Medikamentes in das Augeninnere (Glaskörperinjektion), wobei Blutungen und Wassereinlagerungen zum Stillstand kommen, wenn die Behandlung frühzeitig beginnt.

Vorbereitend und als Nachkontrolle ist eine Spezialuntersuchung der Sehhaut erforderlich, die sog. OCT (okuläre Kohärenztomographie).